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23.03.20 09:32 Kategorie: markttipps, Markttipps

EU-Agrarwirtschaft pocht auf Offenhaltung des EU-Binnenmarktes


Angesichts der Corona-bedingten Probleme im innereuropäischen Grenzverkehr pocht die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft auf eine Offenhaltung des EU-Binnenmarktes. In einem gestern in Brüssel veröffentlichten gemeinsamen Aufruf betonen die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) sowie die EU-Dachverbände der Ernährungswirtschaft (FoodDrinkEurope) und des Nahrungsmittelhandels (CELCAA), dass nur so eine stabile und sichere Lebensmittelversorgungskette und Versorgungssicherheit für alle in Europa und darüber hinaus zu gewährleisten sei. Mit Nachdruck begrüßen die EU-Dachverbände daher die jüngsten Leitlinien der Kommission zum Grenzmanagement als einen "guten ersten Schritt".



Trotz der Brüsseler Vorgaben sei man aber weiterhin mit "schwerwiegenden Störungen" konfrontiert, so die Verbände. Sie fordern die Europäische Kommission daher nachdrücklich auf, mit den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten, um Möglichkeiten zur Unterstützung des Agrar- und Ernährungssektors zu prüfen.



In dem Aufruf wird zudem an die große Anzahl an Beschäftigten in der EU-Agrar- und Lebensmittelwirtschaft erinnert. So seien allein rund 11 Mio Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Zudem gebe es etwa 4,7 Mio Arbeiter im verarbeitenden Gewerbe, 294 000 im Lebensmittel- und Getränkeunternehmen - einschließlich der 22 000 Beschäftigten in den Agrargenossenschaften - sowie 35 000 Arbeitsplätze in den Handelsunternehmen.



Des Weiteren wird die Brüsseler Kommission aufgefordert, zusammen mit den Mitgliedstaaten dafür zu sorgen, dass in der Landwirtschaft genügend Saisonarbeiter zur Verfügung stehen. Dazu müssten mögliche Auswirkungen von Ausfällen auf die Produktion überprüft und Notfallpläne erstellt werden. Überdies drängen die Verbände darauf, die Preise für Rohstoffe sowie mögliche unlautere Handelspraktiken streng zu überwachen.



Zudem soll die EU-Behörde sicherstellen, dass alle eingeleiteten Maßnahmen wissenschaftlich untermauert werden. So sollte beispielsweise auf den jüngst von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vorgelegten Bericht über das Corona-Risiko von Nahrungsmitteln hingewiesen werden. Die Behörde in Parma hatte darin klargestellt, dass Lebensmittel ein äußerst unwahrscheinlicher Übertragungsvektor für das Coronavirus seien. AgE