Tschechische Republik: Ernte 2018 rund 8 % kleiner >
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04.07.18 07:18 Kategorie: news, News

Rapsernte bereitet Bauchschmerzen


Die absehbar schwachen Rapserträge in Deutschland konnten bislang nur wenig Preiswirkung erzielen, aber die gekürzte Ernteprognose in Frankreich hat immerhin die Kurse nach oben getrieben und damit die deutschen Erzeugerpreise befestigt.

 

 

Langsam schlägt nun doch die Aussicht auf eine schwächere

Rapsernte in Europa auf die Preise durch und lässt die Notierungen

steigen. Und das, obwohl in Chicago die Sojabohnen und in Kuala

Lumpur die Palmölpreise schwächeln. Aber Unterstützung kommt vom

schwachen Euro und vom festen Rohöl. Allerdings schlägt der Anstieg

an der Terminbörse in Paris mit einem Plus von 4 EUR/t zur Vorwoche

am Kassamarkt nur bei den Großhandelspreisen durch, da die Prämien

unverändert blieben, teils sogar angehoben wurden. Aber auch die

Erzeuger bekommen mehr für ihren Raps geboten als in der Vorwoche.

Alterntig wird so gut wie nichts mehr gehandelt und was noch bei

den Erzeugern liegt, wird wohl auch dort in den kommenden Wochen

bleiben, denn es ist absehbar, dass die kleinere Ernte nicht so

viel Lagerplatz benötigt.

EU-Rapsernteschätzung deutlich gekürzt

Auf die ungünstigen Vegetationsbedingungen reagiert die

EU-Kommission mit Kürzung der Ertragsschätzung um 4,3 % und

senkt damit die Ernteprognose deutlich. Im Raum steht jetzt eine

Ernteschätzung von 20,8 Mio. t für 2018 und damit

823.000 t weniger als noch im Vormonat genannt wurde. Die

bisher prognostizierten Erträge waren zu hoch. Trockenheit im

Nordosten der EU-28 und ein sehr kalter Frühling im Südosten haben

den Feldbeständen wohl mehr zugesetzt als bislang angenommen.

Die Ertragsschätzungen für Deutschland wurde um rund 10 %

auf 32,2 dt/ha gekürzt. Das bedeutet zwar nur ein Rückgang

gegenüber Vorjahr von 0,5 dt/ha, aber gegenüber dem

langjährigen Mittel ein Minus von 16 %.

Rapsversorgung 2018/19 könnte

knapp werden

Außerdem stehen die Chancen auf steigende Rapspreise gut, davon

gehen auch Handel und Verarbeiter aus. Denn Raps dürfte knapp

werden, nicht nur wegen der zurückgenommenen Ernteprognosen in

Europa, Australien und Kanada. Raps ist auch immer im Gespräch,

wenn es um die Auswirkungen der Strafzölle geht, die sich die USA

und China gegenseitig anhängen. Denn es ist absehbar, dass China

die Lücke, die aufgrund der Ablehnung von US-Sojabohnen entsteht,

nicht mit Sojabohnen aus Brasilien füllen kann. Um seine

Proteindefizit zu decken, könnte auch Rapsschrot beziehungsweise

Raps noch mehr in den Fokus rücken. Dann würde der chinesische

Rapsimport die bisher geschätzten 5,3 Mio. t deutlich

übersteigen und die traditionellen Rapslieferanten der EU-28 ihre

Ware Richtung China lenken.

Erzeugerpreise bewegen sich

endlich

Aber nicht nur aufgrund dieser positiven Preisprognose und der

aktuell nur unwesentlich gestiegenen Gebote sind Erzeuger nicht am

Verkauf interessiert. Sie schließen so kurz vor der Ernte keine

Kontrakte mehr ab, denn für sie ist das Ertragsrisiko zu groß.

Regional ist nicht einmal sicher, ob das wenige, was vertraglich

gebunden wurde, überhaupt gedroschen werden kann. Aber es gibt auch

positive Meldungen. Im Badischen hat die Rapsernte begonnen und die

Erzeuger sind durchaus zufrieden mit den Ergebnissen, die leider

den Nachteil haben, dass sie nicht repräsentativ sind.

Die Vorkontraktpreise haben einen Teil der Gewinne an der

Terminbörse umgesetzt, liegen aktuell bei 340 EUR/t im Schnitt

und damit exakt auf Vorjahresniveau. Sie schwanken allerdings

zwischen mageren 320-347 EUR/t.