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05.02.20 09:57 Kategorie: news, News

Heinen-Esser will Rote Gebiete "massiv" verringern


Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser hat den rheinischen Zuckerrübenanbauern ihre volle Unterstützung zugesagt. "Die Rübe gehört ins Rheinland", denn dort böten die Böden die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Anbau, sagte die Ministerin gestern auf der Mitgliederversammlung des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes (RRV) in Bergheim. Allerdings gelte es nun, an einem Miteinander zwischen der Landwirtschaft, der Politik und den Erwartungen der Gesellschaft zu arbeiten. Dies betreffe insbesondere den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln.



Heinen-Esser stellte klar, dass die Landwirtschaft an einer Verschärfung der Düngeverordnung nicht vorbeikommen werde. Die Ressortchefin zeigte sich aber überzeugt, dass es Nordrhein-Westfalen gelingen werde, über die Binnendifferenzierung die Zahl der Roten Gebiete im Land "massiv" zu verringern. Derzeit würden alle 300 Grundwassermessstellen, die besonders hohe Nitratwerte auswiesen, hinsichtlich der Einflussfaktoren überprüft. Nach Angaben der Ressortchefin wurde festgestellt, dass 10 % der Messstellen nicht in Ordnung sind. Diese würden nun repariert und saniert; zudem würden in ganz Nordrhein-Westfalen 200 zusätzliche Messstellen eingerichtet.



Dem wolle der Bund jetzt folgen, erklärte die Düsseldorfer Ressortchefin. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner habe deutlich gemacht, dass eine Binnendifferenzierung bundesweit möglich sei und ein einheitliches System von Messstellen geschaffen werden solle. Nach Ansicht von Heinen-Esser muss zudem verhindert werden, dass weiter Gülle aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen verbracht wird. Es sei bereits gelungen, die Güllemenge aus dem Nachbarland um ein Drittel zu senken.



Der Vorsitzende des RRV, Bernhard Conzen, berichtete, dass die rheinischen Rübenanbauer trotz der schwierigen Witterungsverhältnisse gute bis teils hervorragende Ernte eingefahren hätten. Der Rübenertrag habe in der zurückliegenden Kampagne im Schnitt bei 760 dt/ha gelegen, bei einem mittleren Zuckergehalt von 17,5 %. Dennoch befänden sich die Rübenbauern derzeit de facto in einem Existenzkampf, beklagte Conzen. Es brodele seit Monaten unter Deutschlands Bauern; viele seien verärgert und verunsichert.



Auch die Rübenanbauer wollten in ihrem Produktionsumfeld mitreden, wenn es um Politik, Markt und den gesamtgesellschaftlichen Diskurs über Landwirtschaft und Ernährung gehe, betonte Conzen. Dabei gehe es nicht nur um Grundsatzfragen zur Düngung, dem Pflanzenschutz und Umweltauflagen, sondern auch um die Schaffung einer Möglichkeit zur aktiven Angebotssteuerung im EU-Zuckermarkt, einem Fair-Play bei den gekoppelten Rübenbeihilfen und die fehlenden Neonikotinoide. AgE